Die Haltungsformen unserer Hennen

IN DEUTSCHLAND GIBT ES VIER VERSCHIEDENE HALTUNGSFORMEN

Die Bodenhaltung, die Freilandhaltung, die ökologische Erzeugung und die Kleingruppenhaltung.

Bereits Anfang 2010 sind die deutschen Legehennenhalter aus der herkömmlichen Käfighaltung für Legehennen ausgestiegen – zwei Jahre, bevor diese Einzelkäfige auf EU-Ebene verboten wurden.

In allen Haltungsformen wird sichergestellt, dass die Tiere ihrem natürlichen Verhalten nachgehen können. Dazu gehört natürlich die Sicherung der Grundbedürfnisse wie ausreichendes Futter und Wasser sowie Wärme und ein Ruheplatz. Aber das allein reicht nicht. Damit  Legehennen sich wohlfühlen, müssen sie in einer tiergerechten Umgebung leben, in der sie zum Beispiel picken, scharren und staubbaden können. Dazu ist geeignete Einstreu notwendig, aber auch Beschäftigungsmaterial wie Körbe und Ballen aus Stroh oder Picksteine.

Bodenhaltung

Mit 62 Prozent ist die Bodenhaltung die in Deutschland vorherrschende Haltungsform. Die Legehennen leben in einem geschlossenen Stall, in dem sie sich frei bewegen können. Die Voliere, die Anlage, in der die Tiere schlafen, fressen und Eier legen, kann dabei auf bis zu vier Ebenen übereinander angeordnet sein. Sie besteht aus Sitzstangen und höher gelegenen Laufflächen. Zudem sind die Anlagen so konstruiert, dass die Legehennen hygienisch und getrennt von ihren Ausscheidungen gehalten werden. Auf einem Quadratmeter dürfen im Durchschnitt nicht mehr als neun Tiere gehalten werden. Bei mehreren Ebenen dürfen es maximal 18 Hennen pro Quadratmeter Stallgrundfläche sein. Insgesamt ist die Legehennenzahl in einer Gruppe auf höchstens 6.000 Legehennen begrenzt. Die Versorgung mit Futter und Wasser erfolgt automatisch. Zur Eiablage können die Hennen versteckte Nester aufsuchen und für die Ruhephasen können sie Sitzstangen nutzen. Ein eingestreuter Bereich steht den Legehennen immer zur Verfügung. Die Einstreu darin wird regelmäßig nachgestreut oder ausgewechselt. Viele Betriebe haben einen „Wintergarten“ an ihren Bodenhaltungsstall gebaut, den sogenannten Kaltscharrraum – sodass die Tiere Zugang zu einem geschützten Frischluftbereich haben.

Freilandhaltung

Auf die Freilandhaltung entfallen etwa 19 Prozent der Legehennenlätze in Deutschland. In der Freilandhaltung haben die Legehennen Zugang zu einem Auslauf mit einer Größe von mindestens vier Quadratmetern pro Tier. Die Voliere in der Freilandhaltung erfüllt dieselben Vorgaben wie die in der Bodenhaltung.  Wie an einigen Bodenhaltungsställen befindet sich an jedem Freilandstall ein Wintergarten, über den die Tiere in den Auslauf gelangen. Die Nutzung durch andere Tiere, wie beispielsweise Esel, Ponys oder Alpacas, empfiehlt sich, wenn die Legehennen dadurch umso mehr vor natürlichen Feinden geschützt werden.

 

Ökologische Haltung

In der ökologischen Haltung werden pro Stalleinheit nicht mehr als 3.000 Legehennen gehalten. Die Tierzahl ist auf sechs Hennen pro Quadratmeter nutzbarer Stallfläche beschränkt, wodurch die Tiere auch mehr Platz auf den Sitzstangen haben. Ein Auslauf ins Freie ist vorgeschrieben, dabei müssen pro Henne mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche zur Verfügung stehen. Pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche dürfen höchstens 230 Legehennen gehalten werden. Die Fütterung erfolgt ausschließlich mit ökologischem Futter, das möglichst auf demselben Betrieb produziert werden sollte. Bei der Behandlung der Hennen im Krankheitsfall werden Naturheilmittel und homöopathische Arzneien bevorzugt.

Kleingruppenhaltung

In der Kleingruppenhaltung werden die Legehennen in Gruppengrößen von 20 bis 60 Tieren gehalten. Hier steht den Hennen eine Fläche von 900 Quadratzentimetern pro Henne zur Verfügung; wenn die Tiere unter zwei Kilogramm wiegen, sind es 800 Quadratzentimeter pro Henne. Die Bedürfnisse der Tiere sind durch verschiedene Strukturelemente berücksichtigt: Die Kleingruppe bietet den Legehennen ein abgedunkeltes Nest zur ungestörten Eiablage, Sitzstangen für erhöhtes Ruhen und Einstreu zum Scharren und Picken. Während EU-weit noch rund 50 Prozent aller Legehennen im „ausgestalteten Käfig“ gehalten werden, haben Deutschlands Legehennenhalter in den vergangenen Jahren stark in alternative Haltungsformen investiert. Die Kleingruppenhaltung spielt hierzulande keine große Rolle mehr: Der Ausstieg ist beschlossene Sache und gesetzlich geregelt. Und im Supermarkt gibt es schon heute keine Eier mehr aus dieser Haltungsform zu kaufen.

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